Das Abitur ist der höchste zu erreichende Schulabschluss der Bundesrepublik Deutschland. Er stellt die allgemeine Hochschulreife dar und berechtigt zum Besuch einer Universität, wenngleich für einige Studiengänge der sogenannte Numerus Clausus erforderlich ist. Dies bedeutet, dass ein bestimmter Notendurchschnitt verlangt wird, wenn sich zu viele Personen für einen Studiengang bewerben. Das Abitur steht im Gegensatz zur fachgebundenen Hochschulreife (“Fachabitur”), die nur zum Besuch einer Fachhochschule berechtigt.
Um überhaupt zum Abitur zugelassen zu werden, bedarf es des Besuchs eines Gymnasiums oder einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe. Außerdem ist es möglich, nach erfolgreichem Abschluss der Realschule und dem Erreichen des sogenannten “Erweiterten Realschulabschlusses” oder bei entsprechendem Notendurchschnitt, in die Oberstufe eines Gymnasiums, in eine Oberschule oder ein Kolleg einzutreten. Eine weitere Möglichkeit ist eine abgeschlossene Berufsausbildung und der anschließende Besuch einer gymnasialen Oberstufe oder eines Berufskollegs. Außerdem sind Fernlehrgänge neben der Ausübung eines Berufs möglich.
In den meisten Bundesländern wurde inzwischen das Zentralabitur nach zumeist 12 Schuljahren eingeführt. Nur in Rheinland-Pfalz gilt noch das dezentrale Abitur nach 13 Schuljahren. Wer über den “zweiten Bildungsweg” kommt, also nach der Realschule oder einer Berufsausbildung in die Oberstufe eines Gymnasiums oder auf ein Kolleg wechselt, wird unter Umständen mehr Zeit benötigen.
Um das Abitur bestehen zu können, bedarf es eines bestimmten Notendurchschnitts, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Anschließend müssen natürlich zudem die Prüfungen bestanden werden, ehe man das Abitur in den Händen hält. Die Prüfung erfolgt in vier oder fünf ausgewählten Fächern schriftlich und/oder mündlich. Die darin erreichten Noten fließen in die Gesamt- bzw. Durchschnittsnote ein.
Beim Zentralabitur werden an allen Schulen die gleichen Prüfungsfragen gestellt. Diese werden vom Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes ausgearbeitet. Beim dezentralen Abitur werden die Aufgaben von einem Lehrergremium, vorrangig durch die jeweiligen Kursleiter, erarbeitet.
Die schriftlichen Prüfungen werden von zwei unterschiedlichen Korrektoren bewertet, die mündlichen Prüfung von einem Gremium abgenommen, das mindestens aus drei Lehrkräften besteht.
Nach bestandenem Abitur ist es Tradition, eine große Abiturfeier abzuhalten, bei der lustige Abi Sprüche sowie Abi Streiche eine Rolle spielen. Jeder Jahrgang versucht hierbei, den vorherigen zu übertrumpfen und eine bleibende Erinnerung zu schaffen.